Von Stefan Kohlweg

Cluster Headache Awareness Day: Warum der 21. März zählt

Awareness · 2 min Lesezeit
Der Cluster Headache Awareness Day ist jedes Jahr am 21. März.

Der Tag soll Ärztinnen und Ärzte, Apotheken sowie Betroffene und Nichtbetroffene für eine seltene und oft übersehene Erkrankung sensibilisieren.

Der internationale Cluster Headache Awareness Day findet jedes Jahr am 21. März statt – dem Datum der Tagundnachtgleiche im Frühling. Die International Headache Society (IHS) begründet die Wahl damit, dass viele Betroffene rund um die Äquinoktien im Frühling und Herbst eine Häufung ihrer Attacken erleben; die European Academy of Neurology (EAN) datiert den ersten Awareness Day auf den 21. März 2016. Die Erkrankung heißt auf Deutsch Clusterkopfschmerz, früher auch Bing-Horton-Syndrom, benannt nach dem US-Neurologen Bayard T. Horton und dem Basler Neurologen Robert Bing.

Clusterkopfschmerz ist selten: Laut dem österreichischen Gesundheitsportal ist etwa eine von 1000 Personen betroffen (rund 0,1 %), und bei einem großen Teil ist die Erkrankung bis heute nicht diagnostiziert. Bis zur richtigen Diagnose vergehen oft mehrere Jahre: Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) nennt eine Spanne von 5 bis 10 Jahren, wissenschaftliche Studien kommen im Schnitt auf 5 bis 7 Jahre (mehr dazu im Beitrag zur diagnostischen Odyssee). Genau hier setzt der Awareness Day an: Er soll Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Betroffene und Nichtbetroffene für eine seltene, oft übersehene Erkrankung sensibilisieren.

Wenn Kopfweh nicht Kopfweh ist

Einseitiger, neben dem Auge lokalisierter Schmerz, der Betroffene fast in den Wahnsinn treibt, dazu ein tränendes Auge und keine Möglichkeit, still zu sitzen: Das sind typische Zeichen eines Clusterkopfschmerzes. Oft als „Suizidkopfschmerz“ bekannt, übertrifft er gewöhnliche Schmerzen in seiner Intensität bei Weitem – wie ernst diese Belastung ist, schildern wir im Beitrag zu Clusterkopfschmerz und Suizidalität. Der episodische Kampf gegen diese angsteinflößenden Schmerzen bleibt häufig jahrelang unerkannt; warum das so ist, beschreibt unser Text zur diagnostischen Odyssee.

Wie der Verein den Awareness Day nutzt
  • Rund um den 21. März teilen wir Hintergrundinfos, zuletzt in einem Instagram-Beitrag zum Awareness Day.
  • Auf Instagram begleiten wir das Thema das ganze Jahr über.
  • Ziel ist, Ärztinnen und Ärzte, Apotheken sowie Betroffene und Angehörige für die Erkrankung zu sensibilisieren – damit Diagnosewege kürzer werden.

Warum dieser Tag zählt

Der Cluster Kopfschmerzen Verein Österreich setzt sich dafür ein, das Bewusstsein für Clusterkopfschmerz zu schärfen und Betroffene sowie deren Angehörige zu unterstützen. Der Awareness Day am 21. März ist dafür ein wiederkehrender Fixpunkt im Jahr; die eigentliche Aufklärungsarbeit findet aber ganzjährig statt – in Selbsthilfegruppen, im Austausch mit Ärztinnen und Ärzten und in Beiträgen wie diesem. Je bekannter das Krankheitsbild, desto eher wird es früh erkannt: Das ist unser Ziel, auch wenn sich der genaue Effekt einzelner Aufklärungsaktionen auf die Diagnosezeit nicht beziffern lässt.


Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei akuten Beschwerden kontaktieren Sie bitte Ihre Ärztin oder den Notruf 144. Wenn Sie unter sehr belastenden Schmerzen oder bedrückenden Gedanken leiden, sind Sie damit nicht allein: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 142 erreichbar, tagsüber auch das Kriseninterventionszentrum; in akuter Gefahr gilt weiterhin der Notruf 144.

Mehr über die Aufklärungsarbeit des Vereins erfahren? Mit unserem Newsletter erhalten Sie neue Beiträge und Vereinstermine – auch rund um den nächsten Awareness Day.

Quellen

  1. International Headache Society (IHS): Cluster Headache Awareness Day – 21 March. https://ihs-headache.org/en/resources/cluster-headache-awareness-day-2022-21-march/ (Zugriff: 2026-08-12).
  2. European Academy of Neurology (EAN): Cluster Headache Awareness Day. https://www.ean.org/research/resources/neurology-updates/detail/cluster-headache-awareness-day (Zugriff: 2026-08-12).
  3. Gesundheit.gv.at: Kopfschmerzen – Ursachen (Clusterkopfschmerzen: etwa eine von 1000 Personen, Stand 2025-04-03). https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/kopfschmerzen/ursachen.html (Zugriff: 2026-08-12).
  4. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Unterversorgte Kopfschmerzarten – neue Leitlinie Trigeminusneuralgie und eine oft unerkannte Kombination (Dr. Katharina Kamm, LMU Klinikum München). https://www.dmkg.de/news-und-veranstaltungen/unterversorgte-kopfschmerzarten-neue-leitlinie-trigeminusneuralgie-und/ (Zugriff: 2026-08-12).
  5. Deutsches Ärzteblatt: Berühmte Entdecker von Krankheiten – Bayard T. Horton begründete die moderne Kopfschmerz-Forschung. https://www.aerzteblatt.de/archiv/beruehmte-entdecker-von-krankheiten-bayard-t-horton-begruendete-die-moderne-kopfschmerz-forschung-ca6041af-950c-4ffb-89cb-7218a26c1451 (Zugriff: 2026-08-12).
Über den Autor
Obmann & Gründer · Cluster Kopfschmerzen Verein Österreich

Stefan Kohlweg lebt selbst seit seinem 18. Lebensjahr mit Clusterkopfschmerz und hat den ersten österreichischen Verein für Betroffene und Angehörige gegründet. Er vertritt die österreichische Patienten-Community auf europäischen Kopfschmerz-Kongressen.

Die Beiträge des Redaktionsteams entstehen mit KI-Unterstützung und werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft und verantwortet.

Redaktion & Transparenz

Dieser Beitrag wurde vom Redaktionsteam des Cluster Kopfschmerzen Verein Österreich erstellt, einer Patientenorganisation von Betroffenen für Betroffene. Veröffentlicht am 24. August 2024, zuletzt aktualisiert am 12. August 2026. Quellenangaben finden Sie am Ende des Beitrags.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Anlaufstellen finden Sie in unserem Ärzteregister. In akuten Krisen: Notruf 144, Telefonseelsorge 142.

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