Für Angehörige · CKVÖ

Du begleitest jemanden
mit Clusterkopfschmerzen.

Das ist keine leichte Rolle. Der Cluster Kopfschmerzen Verein Österreich bietet dir Orientierung, Austausch mit Gleichgesinnten und konkrete Unterstützung – damit du gut begleiten kannst, ohne dich selbst zu verlieren.

Der Verein ist kein medizinischer Notfall- oder Krisendienst.

Praxis · Konkrete Hilfe

Was wirklich hilft

Kein Ratgeber kann alle Situationen abdecken. Diese Grundprinzipien haben sich in der Praxis bewährt – besprochen mit Betroffenen und Angehörigen.

1. Außerhalb der Attacken besprechen, was hilft

  • Sprich in einer ruhigen, attackenfreien Zeit mit der betroffenen Person darüber, welche Unterstützung sie sich während einer Attacke wünscht – und welche nicht.
  • Haltet gemeinsam fest, was vorbereitet sein soll und was sie lieber allein regelt.
  • Vereinbart ein einfaches Zeichen, mit dem sie zeigen kann, ob sie Gesellschaft oder Raum für sich braucht.

2. Während einer Attacke

  • Reduziere Fragen und Reize: wenig Licht, wenig Lärm, keine Gespräche erwarten.
  • Gib der betroffenen Person Raum – viele Betroffene müssen sich bewegen und können nicht still liegen.
  • Halte den Weg frei und sicher, damit sie sich ungehindert bewegen kann.
  • Notiere unauffällig Beginn und Dauer der Attacke – das hilft später im Arztgespräch.
  • Bereite nur das vor, was ärztlich verordnet ist und was ihr vorher vereinbart habt, zum Beispiel Sauerstoff oder Akutmedikamente bereitlegen.

3. Was nicht hilft

  • Berühren oder Festhalten ohne Einverständnis.
  • Darauf bestehen, dass die Person still liegen bleibt.
  • Wiederholte Fragen oder gut gemeinte Ratschläge während der Attacke.
  • Diskutieren oder Streiten, während der Schmerz da ist.
  • Nicht verordnete Medikamente anbieten oder geben.
  • Einstellungen an Geräten verändern, etwa an der Sauerstoffversorgung, ohne dass dies verordnet oder vereinbart ist.

4. Arztbesuche begleiten

  • Biete an, das Attacken-Tagebuch mitzuführen und deine Beobachtungen zu Dauer, Häufigkeit und Ablauf beizusteuern.
  • Lass die betroffene Person selbst sprechen – du ergänzt, du übernimmst nicht das Gespräch.
  • Hilf vorab, Fragen und eine kompakte Zeitlinie für den Termin zu sammeln.

5. Du bist nicht für die Attacke verantwortlich

Angehörige können eine Attacke weder verhindern noch beenden. Das ist nicht deine Aufgabe – und es liegt nicht an dir, wenn nichts sofort hilft.

Du darfst Grenzen setzen, Pausen nehmen und für dich selbst Unterstützung suchen: im Austausch des Vereins oder bei professionellen Stellen.

Austausch · Selbsthilfe

Austausch im Verein

Angehörige sind im CKVÖ genauso willkommen wie Betroffene selbst. Der Austausch ist kostenlos und unverbindlich.

Verstehen

Die Erkrankung einordnen

Clusterkopfschmerzen zählen zu den intensivsten Schmerzformen überhaupt. Wer versteht, warum die betroffene Person während einer Attacke so reagiert, wie sie reagiert, kann besser begleiten – und sich selbst besser schützen.

Online-Gruppe

Austausch mit Gleichgesinnten

In der moderierten Online-Gruppe des Vereins sind auch Angehörige willkommen. Erfahrungen teilen, Fragen stellen, von anderen lernen – ohne geografische Grenzen.

Selbsthilfe

Persönliche Treffen

Unsere Selbsthilfe-Treffen in Wien und Graz sind offen für Betroffene und Angehörige. Direkter Kontakt mit Menschen, die ähnliche Alltagssituationen kennen.

Externes Angebot · Psychosoziale Beratung

Wenn du selbst Begleitung brauchst

Auch Angehörige geraten an ihre Grenzen. Professionelle psychosoziale Beratung gibt es außerhalb des Vereins:

Externes, kostenpflichtiges Angebot von Stefan Kohlweg, MSc., Obmann des Cluster Kopfschmerzen Vereins Österreich und selbstständiger psychosozialer Berater. Kein Angebot des Vereins, keine medizinische Behandlung, keine Psychotherapie und kein Krisendienst.

Externes, kostenpflichtiges Angebot

Zu clusterberatung.at

Der Verein ist kein medizinischer Notfall- oder Krisendienst.

Bei unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben rufe die Rettung unter 144 oder den Euronotruf unter 112. In einer akuten psychischen Krise hilft die Telefonseelsorge unter 142 – rund um die Uhr, kostenlos und anonym.

Fragen zur Begleitung oder zum Verein? verein@clusterkopfschmerzen.at oder direkt über unsere Kontaktseite.

Deine Privatsphäre ist uns wichtig

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