Sauerstoff bei Clusterkopfschmerz in Österreich: Anbieter und Abrechnung bundesweit
Für Betroffene außerhalb Wiens ist die Frage nach dem Sauerstoffbezug bei Clusterkopfschmerz oft schwerer zu beantworten als für Wienerinnen und Wiener. Die offiziellen Unterlagen der MedUni Wien benennen für Wien konkrete Vertragspartner — für die übrigen Bundesländer laufen die Wege jedoch über die jeweilige ÖGK-Landesstelle, und die beteiligten Firmen können je nach Bundesland und Versicherungsträger variieren. Dieser Artikel gibt eine bundesweite Orientierung, ohne Versprechen über laufende Vertragskonstellationen zu machen, die sich ändern können.
Stand der verlinkten offiziellen Quellen: abgerufen am 4. Juni 2026. Zuständigkeiten, Vertragspartner und Abläufe können sich ändern. Im Zweifel bitte direkt bei der zuständigen ÖGK-Landesstelle, beim Anbieter oder bei der verordnenden Ärztin nachfragen.
Warum Wien eine Ausnahme ist — und was das für Sie bedeutet
Die MedUni Wien listet auf ihrer Clusterkopfschmerz-Seite konkrete Bezirks- und Kassenzuständigkeiten für Wien: Air Liquide für bestimmte Bezirke, Messer Medical für andere, Linde Gas für alle Kassen außer ÖGK-W. Diese Aufschlüsselung gilt ausschließlich für Wien. Für alle anderen Bundesländer existiert keine analoge fertige Liste — hier muss der Weg über die regional zuständige ÖGK-Landesstelle gegangen werden.
Wer in Niederösterreich, der Steiermark, Tirol oder einem anderen Bundesland lebt und Sauerstoff als Akuttherapie benötigt, findet auf der MedUni-Wien-Seite trotzdem hilfreiche Formulare und Vordrucke — diese sind ausdrücklich auch für Nicht-Wien-Bundesländer verfügbar. Der Unterschied liegt darin, dass der konkrete Anbieter, der für Ihre Versorgung zuständig ist, lokal vereinbart wird. Welcher das ist, erfahren Sie am zuverlässigsten bei Ihrer ÖGK-Landesstelle oder beim Anbieter direkt.
Den Wien-spezifischen Abrechnungsartikel mit den dortigen Vertragspartnern finden Sie hier: Sauerstofftherapie bei Clusterkopfschmerz in Wien — Rezept, Krankenkasse und Kostenübernahme.
Die drei großen Sauerstoffanbieter in Österreich
In Österreich sind drei Unternehmen die wichtigsten Heimversorger mit medizinischem Sauerstoff in Druckflaschen. Alle drei sind bundesweit tätig, unterscheiden sich aber in ihrer konkreten Kassenvertragssituation je nach Bundesland und Versicherungsträger.
Kassenverträge werden zwischen Anbietern und einzelnen Versicherungsträgern auf Landesebene abgeschlossen und können sich ändern. Die folgende Übersicht beschreibt die Firmen und ihre generelle Ausrichtung — sie ersetzt keine Rückfrage bei Ihrer ÖGK-Landesstelle oder beim Anbieter selbst, welcher Vertrag in Ihrem Bundesland aktuell gilt.
Messer Medical
Messer Medical (messermedical.at) ist in Österreich der größte spezialisierte Heimversorger für medizinischen Sauerstoff. Das Unternehmen ist in mehreren Bundesländern als Vertragspartner von Krankenkassen aktiv und verfügt über ein dichtes Logistiknetz für die Druckflaschenlieferung. In Wien ist Messer Medical für ÖGK-versicherte Personen in den Bezirken 10 bis 18 sowie 23 zuständig — außerhalb Wiens hängt die Zuständigkeit vom laufenden Vertragsstatus mit der jeweiligen ÖGK-Landesstelle ab.
Messer Medical stellt auf der MedUni-Wien-Plattform ein eigenes Antragsformular bereit. Für andere Bundesländer empfiehlt sich eine direkte Kontaktaufnahme, um die aktuelle Vertragslage zu klären.
Air Liquide
Air Liquide (airliquide.com) ist ein international tätiger Industriegaskonzern mit einer eigenen Homecare-Sparte für medizinischen Heimsauerstoff. In Wien ist Air Liquide für ÖGK-W in den Bezirken 1 bis 9 sowie 19 bis 22 zuständig. Bundesweit bestehen Kassenverträge mit verschiedenen Landesstellen; ob und in welcher Form Air Liquide für Ihren Versicherungsträger in Ihrem Bundesland zuständig ist, klärt die jeweilige ÖGK-Landesstelle am verlässlichsten.
Linde Gas
Linde Gas (linde-gase.at) agiert ebenfalls bundesweit und ist in Wien ausdrücklich als Anbieter für alle Krankenkassen außer ÖGK-W aufgeführt — also etwa für SVS (Selbstständige), BVAEB (Beamte) oder andere Sonderkassen. In den übrigen Bundesländern gilt Ähnliches: Linde Gas kann je nach Versicherungsträger der zuständige Vertragspartner sein, auch wenn die konkrete Kassenkonstellation lokal zu erfragen ist.
Der Bewilligungsweg in den Bundesländern
Der Ablauf für die kassenmäßige Versorgung mit medizinischem Sauerstoff ist in den Bundesländern grundsätzlich ähnlich, läuft aber immer über die regional zuständige ÖGK-Landesstelle — nicht über die Wiener Stelle.
Schritt 1 — Ärztliche Verordnung
Ausgangspunkt ist eine ärztliche Verordnung, die von einer Neurologin, einem Neurologen oder einer Allgemeinmedizinerin mit entsprechender Kenntnis ausgestellt wird. Damit die Versorgung reibungslos läuft, sollte die Verordnung folgende Angaben enthalten:
- Diagnose Clusterkopfschmerz (ICD-10 G44.0)
- medizinischer Sauerstoff in Druckflaschen (nicht Flüssigsauerstoff oder Konzentrator)
- Flow-Rate (laut Leitlinie mindestens 12 l/min)
- Maskentyp — ausdrücklich eine Maske mit Reservoir/Beutel und Ventil, keine einfache Nasenbrille
- Zubehör: Druckminderer, Flaschenträger oder Wagen
Eine unscharfe Verordnung, die nur „Sauerstoff" vermerkt, führt nicht selten zur Lieferung einer Standardausrüstung, die für Clusterkopfschmerz ungeeignet ist. Den Hintergrund zur wirksamen Ausrüstung erklärt dieser Artikel: Sauerstofftherapie — eine effektive Lösung für Clusterkopfschmerz.
Schritt 2 — Chefarztbewilligung bei der ÖGK-Landesstelle
Medizinischer Sauerstoff für die Heimversorgung bei Clusterkopfschmerz ist in der Regel bewilligungspflichtig. Das bedeutet: Die verordnende Ärztin reicht die Verordnung gemeinsam mit einer kurzen ärztlichen Begründung beim Chefärztlichen Dienst der zuständigen ÖGK-Landesstelle ein — nicht bei der Wiener Stelle. Wichtig ist dabei:
- Die Diagnose muss klar dokumentiert sein (Befunde, Arztbrief, ggf. Bildgebung zum Ausschluss anderer Ursachen).
- Dokumentierte frühere Therapieversuche und deren Ergebnis können die Bewilligung beschleunigen.
- Die Landesstelle teilt nach Bewilligung mit, welcher Vertragspartner für die Lieferung zuständig ist.
Die ÖGK ist zwar österreichweit eine einheitliche Kasse, arbeitet aber über neun Landesstellen. Formulare, Fristen und der genaue Ablauf der Chefarztbewilligung können je nach Landesstelle leicht variieren. Wenden Sie sich für genaue Verfahrensdetails direkt an Ihre Landesstelle — die Kontaktdaten finden Sie auf gesundheitskasse.at.
Schritt 3 — Lieferung und Vertragspartner
Sobald die Bewilligung erteilt ist, nimmt die Ärztin oder — je nach Landesstelle — die betroffene Person selbst Kontakt mit dem benannten Anbieter auf. Der Anbieter liefert die Flaschen und das Zubehör direkt nach Hause; Nachbestellungen und der Flaschenumtausch laufen dann direkt mit dem Anbieter.
Welche Unterlagen den Prozess erleichtern
MedUni-Wien-Vordrucke — auch für andere Bundesländer
Die Clusterkopfschmerz-Seite der Neurologie der MedUni Wien (neurologie.meduniwien.ac.at) stellt Unterlagen zur Verfügung, die ausdrücklich auch für Bundesländer außer Wien gedacht sind. Dazu gehören:
- eine Informationsseite für Ärztinnen und Ärzte
- eine vorgedruckte Sauerstoffverordnung
- Formulare für spezifische Anbieter
Diese Vordrucke sind besonders dann hilfreich, wenn die behandelnde Ärztin wenig Erfahrung mit Clusterkopfschmerz hat und unsicher ist, welche Angaben auf die Verordnung gehören. Es empfiehlt sich, die Unterlagen vor dem Arzttermin herunterzuladen und mitzubringen.
Drucken Sie den MedUni-Wien-Vordruck für die Sauerstoffverordnung vor dem Termin aus und markieren Sie die Felder, die für Ihre Versorgung wichtig sind: Flow-Rate, Maskentyp und Zubehörliste. So kann die Ärztin die Verordnung direkt korrekt ausstellen — ohne Rückfragen, die Zeit kosten.
ÖKSG als Anlaufstelle für Ärztinnen ohne Clusterkopfschmerz-Erfahrung
Die Österreichische Kopfschmerzgesellschaft (ÖKSG, oeksg.at) ist die fachärztliche Gesellschaft für Kopfschmerzerkrankungen in Österreich. Sie listet spezialisierte Zentren und Ambulanzen und ist eine wichtige Anlaufstelle, wenn die Hausärztin oder der Allgemeinmediziner noch nie einen Clusterkopfschmerz-Fall behandelt hat. Eine Überweisung an eine ÖKSG-assoziierte Ambulanz kann die Diagnose sichern und die Verordnung auf eine solide Grundlage stellen.
ÖGK-Servicenummern und Bundesland-Kassen
Die ÖGK ist unter der österreichweiten Servicenummer erreichbar; auf gesundheitskasse.at finden Sie die direkten Kontaktdaten der neun Landesstellen. Es lohnt sich, bei der Anfrage Folgendes bereitzuhalten:
- Ihren Versicherungsträger (ÖGK, SVS, BVAEB oder andere)
- Ihr Bundesland
- die ICD-10-Diagnose G44.0 (Clusterkopfschmerz)
Damit kann die Kasse rasch benennen, welcher Vertragspartner in Ihrem Fall zuständig ist und welches Formular für die Chefarztbewilligung verwendet wird.
Was tun, wenn es stockt
Manchmal stagniert der Prozess: Die Bewilligung verzögert sich, der zuständige Anbieter bleibt unklar, oder die Verordnung wird zurückgegeben. In diesen Situationen helfen folgende Schritte:
ÖGK-Patientenombudsmann. Jede ÖGK-Landesstelle verfügt über einen Patientenombudsmann, der bei Problemen mit Leistungen und Bewilligungen vermittelt. Die Kontaktdaten finden Sie auf gesundheitskasse.at unter dem Bereich Rechte und Beschwerden.
Sozialministeriumsservice. Wenn die Versorgung aus sozialrechtlichen Gründen stockt — etwa weil die Erkrankung die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt — bietet das Sozialministeriumsservice (sozialministerium.at) Beratung zu Rechten und Unterstützungsleistungen an.
Der Verein als erste Anlaufstelle. Wenn Sie unsicher sind, wo Sie anfangen sollen, können Sie sich direkt an den Verein Clusterkopfschmerzen Österreich wenden. Betroffene aus allen Bundesländern tauschen sich regelmäßig in der Online-Gruppe aus und können auf Erfahrungswissen zurückgreifen, das über allgemeine Serviceartikel hinausgeht. Informationen zu Treffen und zur Kontaktaufnahme finden Sie unter /treffen und /kontakt.
Wenn Sie die Versorgung konkret angehen möchten, ist der erste Schritt eine ärztliche Verordnung mit den richtigen Angaben. Drucken Sie dazu den MedUni-Wien-Vordruck aus, klären Sie telefonisch mit Ihrer ÖGK-Landesstelle den zuständigen Anbieter — und bringen Sie beides zum nächsten Arzttermin mit. Bei Fragen steht der Verein unter /kontakt zur Verfügung.
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein reiner Navigations- und Serviceartikel. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält keine Dosierungsempfehlungen. Angaben zu Vertragspartnern und Bewilligungsabläufen dienen der allgemeinen Orientierung und können sich ändern. Bitte klären Sie Ihre konkrete Situation mit der verordnenden Ärztin und Ihrer ÖGK-Landesstelle.
Quellen
- Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Leistungen und Landesstellen. gesundheitskasse.at, 2026-06-04. https://www.gesundheitskasse.at (Zugriff: 2026-06-04).
- MedUni Wien — Neurologie: Informationen für Ärztinnen und Ärzte — Clusterkopfschmerz, Sauerstoffversorgung bundesweit. neurologie.meduniwien.ac.at, 2026-06-04. https://neurologie.meduniwien.ac.at/informationen-fuer-patientinnen/ambulanz-fuer-kopfschmerz/informationen-fuer-patientinnen-und-aerztinnen/informationen-fuer-aerztinnen-und-aerzte-clusterkopfschmerz/ (Zugriff: 2026-06-04).
- Österreichische Kopfschmerzgesellschaft (ÖKSG): Spezialisierte Zentren und Fachgesellschaft. oeksg.at, 2026-06-04. https://www.oeksg.at (Zugriff: 2026-06-04).
- Sozialministerium Österreich: Patientenrechte und Sozialleistungen. sozialministerium.at, 2026-06-04. https://www.sozialministerium.at (Zugriff: 2026-06-04).