Von Stefan Kohlweg

Clusterkopfschmerzen und Arbeit

Alltag & Beruf · 6 min Lesezeit
Eine Clusterattacke wartet nicht auf den Feierabend — der Arbeitsplatz lässt sich aber vorbereiten.

Sie erfahren, wie Sie Arbeitgeber und Kollegen einbinden, Pausen und Aufgaben um Ihre Episoden herum planen, Auslöser meiden und Ihre Medikamente sicher mitnehmen — damit der Schmerz nicht auch noch Ihren Job belastet.

Clusterkopfschmerzen können eine erhebliche Belastung für Menschen sein, die arbeiten müssen. Schmerzen während der Arbeit sind besonders schwierig, weil man in der Regel nicht einfach eine Pause einlegen oder nach Hause gehen kann. Die gute Nachricht: Mit etwas Vorbereitung lässt sich der Berufsalltag so gestalten, dass eine Attacke nicht gleich den ganzen Arbeitstag entgleisen lässt. Die folgenden Strategien helfen Ihnen dabei, Schmerzen während der Arbeit besser zu bewältigen.

Worum es im Gespräch geht
  • Anpassungen am Arbeitsplatz, etwa Pausen bei Schmerzen oder zeitweise Arbeit von zu Hause
  • Verständnis und Unterstützung durch Kollegen im akuten Fall
  • Klare Absprachen, was bei einer Attacke konkret passieren soll

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber und Ihren Kollegen

Es kann hilfreich sein, mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Clusterkopfschmerzen zu sprechen. Ihr Arbeitgeber kann möglicherweise Anpassungen an Ihrem Arbeitsplatz vornehmen, um Ihnen die Bewältigung Ihrer Schmerzen zu erleichtern. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, Pausen zu machen, wenn Sie Schmerzen haben, oder während einer Episode von zu Hause aus zu arbeiten, sofern das machbar ist.

Genauso kann es sinnvoll sein, Ihre Kollegen einzubeziehen. Wenn sie verstehen, was Sie durchmachen, können sie Sie im Bedarfsfall unterstützen — etwa indem sie darauf achten, dass Sie Pausen machen können, oder Ihnen bei der Arbeit zur Seite stehen, wenn es Ihnen gerade nicht gut geht. Wie Sie das Gespräch im privaten wie im beruflichen Umfeld führen, lesen Sie ausführlich in unserem Leitfaden, wie Sie Freunde und Familie über Clusterkopfschmerzen aufklären.

Planen Sie Ihren Tag und Ihre Pausen

Pausen sind wichtig, um Ihre Schmerzen zu bewältigen. Planen Sie sie bewusst ein, damit Sie genug Zeit haben, sich auszuruhen und zu erholen. Versuchen Sie, eine Pause zur Linderung zu nutzen, indem Sie sich in einem ruhigen Raum ausruhen, tief durchatmen oder die Augen schließen.

Auch eine vorausschauende Tagesplanung hilft. Legen Sie Ihre Arbeit nach Möglichkeit so, dass Sie während einer Episode keine besonders wichtigen oder zeitkritischen Aufgaben erledigen müssen, und reservieren Sie feste Zeitfenster zum Ausruhen.

Bewältigungsstrategie für den Ernstfall

Eine feste Strategie gibt Ihnen Halt, wenn eine Attacke mitten im Arbeitstag zuschlägt. Hilfreich kann ein schriftlicher Schmerzplan sein, in dem Sie Schritt für Schritt notieren, was Sie bei Schmerzen tun: Rückzugsort aufsuchen, Medikament bereithalten, Kollegen informieren.

Ergänzend können Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation die allgemeine Anspannung senken und Ihnen helfen, sich besser auf die Arbeit zu konzentrieren.

Auslöser meiden und Medikamente mitnehmen

Es ist wichtig, bekannte Auslöser von Clusterkopfschmerzen zu meiden, um Attacken während der Arbeit vorzubeugen. Verzichten Sie zum Beispiel auf Alkohol, der Ihre Schmerzen auslösen kann.

Wenn Sie Medikamente zur Behandlung Ihrer Clusterkopfschmerzen einnehmen, sollten Sie diese immer mit zur Arbeit nehmen — so können Sie im Fall einer Attacke schnell handeln. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Medikamente sich für die Mitnahme eignen und wie Sie sie anwenden. Wie Sie sich gut auf dieses Gespräch vorbereiten, zeigt unser Beitrag zum Thema Arztgespräch und Medikamente bei Cluster-Kopfschmerz.

Sauerstoff am Arbeitsplatz: vorher klären

Sauerstoffflaschen stellen in der Regel eine Brandgefahr dar und müssen unbedingt mit dem Dienstgeber abgesprochen werden, bevor Sie sie an den Arbeitsplatz mitbringen.

Stress reduzieren und Unterstützung suchen

Stress kann Clusterkopfschmerzen begünstigen und dazu führen, dass Schmerzen während der Arbeit als schlimmer erlebt werden. Versuchen Sie deshalb, Stress aktiv zu senken — nehmen Sie sich Zeit für Entspannung und Freizeit, achten Sie auf Ihre Atmung und atmen Sie bewusst langsamer und tiefer. Vertiefende Anregungen dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Selbstfürsorge und Stressbewältigung bei Clusterkopfschmerzen.

Ebenso wichtig ist es, Unterstützung von Freunden, Familie und Kollegen anzunehmen. Erklären Sie Ihre Situation und bitten Sie um Hilfe, wenn Sie sie brauchen. Wie stark die Erkrankung auch seelisch belasten kann, beleuchtet unser Artikel zu Clusterkopfschmerzen und psychischer Gesundheit. Eine Selbsthilfegruppe ist darüber hinaus eine wertvolle Ressource, um Erfahrungen und praktische Tipps auszutauschen.

Fazit

Clusterkopfschmerzen sind eine erhebliche Belastung, gerade im Berufsalltag — aber es gibt Strategien, die helfen. Sprechen Sie mit Arbeitgeber und Kollegen über Ihre Situation, meiden Sie bekannte Auslöser, planen Sie Pausen ein und entwickeln Sie eine Bewältigungsstrategie für den Ernstfall. Suchen Sie Unterstützung in Ihrem Umfeld und in der Selbsthilfe. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich Schmerzen während der Arbeit besser bewältigen und Ihre Lebensqualität wahren.

Wichtig: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Welche Medikamente Sie am Arbeitsplatz mitführen und wie Sie sie anwenden, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; arbeitsrechtliche Fragen klären Sie mit den zuständigen Stellen.


Sie möchten sich mit anderen Betroffenen über den Alltag mit Clusterkopfschmerzen austauschen? Bei unseren Treffen finden Sie Menschen, die wissen, wovon Sie sprechen — und teilen praktische Erfahrungen rund um Beruf, Familie und Krankheit.


Über den Autor
Obmann & Gründer · Cluster Kopfschmerzen Verein Österreich

Stefan Kohlweg lebt selbst seit seinem 18. Lebensjahr mit Clusterkopfschmerz und hat den ersten österreichischen Verein für Betroffene und Angehörige gegründet. Er vertritt die österreichische Patienten-Community auf europäischen Kopfschmerz-Kongressen.

Die Beiträge des Redaktionsteams entstehen mit KI-Unterstützung und werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft und verantwortet.

Redaktion & Transparenz

Dieser Beitrag wurde vom Redaktionsteam des Cluster Kopfschmerzen Verein Österreich erstellt — einer Patientenorganisation von Betroffenen für Betroffene. Veröffentlicht am 4. März 2023. Quellenangaben finden Sie am Ende des Beitrags.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt — Anlaufstellen finden Sie in unserem Ärzteregister. In akuten Krisen: Notruf 144, Telefonseelsorge 142.

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