Mutterkraut als mögliche Cluster Prophylaxe?
Mutterkraut: Eine Analyse für Clusterkopfschmerz
Ein Mitbringsel von Stefan Kohlweg
Mutterkraut (Feverfew) & Clusterkopfschmerz
Eine persönliche Analyse nach dem Kopfweh Österreich Treffen in Graz am 4. Oktober 2025
Ein wichtiger Hinweis vorab
Die folgenden Informationen sind keine medizinische Beratung, sondern eine Aufbereitung von Erkenntnissen aus der Migräneforschung, die für uns Cluster-Betroffene interessant sein könnten. Mutterkraut wird hier als Nahrungsergänzungsmittel betrachtet. Jeder Selbstversuch muss unbedingt und ausnahmslos mit einem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Inspiration aus der Migräne-Forschung
Auf dem Kongress in Graz von Kopfweh Österreich wurde klar: Die Forschung zu Migräne ist weitaus besser finanziert und ein paar Schritte vor der Studienlage zu Clusterkopfschmerzen. Doch der Vortrag von Dr. Böhm über Mutterkraut zur Migräneprophylaxe warf eine spannende Frage auf: Da wir oft Medikamente nutzen, die für Migräne entwickelt wurden, können wir uns nicht auch bei komplementären Ansätzen inspirieren lassen?
Der gemeinsame Nenner: CGRP
Der Schlüsselbegriff ist CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide). Dieses Molekül spielt bei Migräne und Clusterkopfschmerz eine zentrale Rolle bei der Schmerzentstehung. Die Forschung an Mutterkraut bei Migräne zeigt, dass sein Wirkstoff Parthenolid genau hier ansetzen könnte.
🌿 Mutterkraut (Parthenolid)
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🔬 Beeinflusst Ionenkanäle
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📉 Reduziert CGRP-Freisetzung
Evidenz im direkten Vergleich
Der vielversprechende Mechanismus trifft auf eine sehr unterschiedliche Studienlage. Klicken Sie auf die Tabs, um die wissenschaftliche Evidenz für jede Kopfschmerzart zu sehen.
Migräne Clusterkopfschmerz
Evidenz: Moderat bis Gut
Für die Migräneprophylaxe existieren mehrere hochwertige, randomisierte und kontrollierte Studien (RCTs). Diese belegen eine statistisch signifikante Reduktion der Attackenfrequenz und -intensität im Vergleich zu Placebo. Es gilt als eine der besser untersuchten pflanzlichen Alternativen.
Evidenz: Sehr Gering / Anekdotisch
Für Clusterkopfschmerz gibt es praktisch keine spezifische, wissenschaftliche Forschung. Die Anwendung basiert auf theoretischen Überlegungen zum CGRP-Mechanismus und vereinzelten, nicht überprüften Erfahrungsberichten. In medizinischen Leitlinien zur Behandlung von Clusterkopfschmerz wird Mutterkraut nicht erwähnt.
Die Forschungslücke wird sichtbar
Der Grund für die fehlende Evidenz bei Clusterkopfschmerz ist dessen Seltenheit. Große Studien sind kaum finanzier- oder durchführbar. Dieses Diagramm veranschaulicht die ungleiche Verteilung der Forschungsanstrengungen.
Checkliste für den sicheren Selbstversuch
Wenn du nach ärztlicher Absprache einen Versuch wagen möchtest, ist ein strukturiertes und sicheres Vorgehen unerlässlich. Klicke die Punkte ab, um dich an die wichtigsten Regeln zu erinnern.
Ärztliche Absprache: Ich habe den Versuch mit meinem Neurologen besprochen (insb. Wechselwirkungen mit Blutverdünnern!).
Prophylaktische Einnahme: Mir ist klar, dass es täglich und über Wochen (mindestens 3 Monate) eingenommen werden muss und nicht bei einer akuten Attacke hilft.
Standardisiertes Präparat: Ich wähle ein Produkt als Tablette oder Kapsel mit Mutterkrautpulver (kein Extrakt oder Tee!) und einem definierten Gehalt an Parthenolid.
Kopfschmerztagebuch: Ich führe ein genaues Tagebuch, um einen möglichen Effekt objektiv beurteilen zu können.
Langsames Ausschleichen: Wenn ich die Einnahme beende, reduziere ich die Dosis schrittweise, um einen Rebound-Effekt zu vermeiden.
Fazit von Stefan
Die Migräneforschung gibt uns wertvolle Denkanstöße. Mutterkraut bleibt für Clusterkopfschmerz ein unbeschriebenes Blatt, aber eines mit einem interessanten wissenschaftlichen Vorwort. Wenn wir diesen Weg gehen, dann nur informiert, sicher und gemeinsam mit unseren Ärzten.
Stand der Informationen: Oktober 2025
Interaktive Ergänzung: Mutterkraut
Evidenzlage: moderat bis gut, mehrere RCTs zeigen eine Reduktion der Attackenfrequenz.